
- 1806 an Franz Reiter, Bierbrauersohn aus München. 1821 an den Bierbraumeister Joseph Windmassinger und den Advokaten Dr. Hutter.
1806 erwarb Franz Reiter aus München das Traunsteiner Unternehmen samt Weißbierbraurechten. 1821 gelangte es an Joseph Windmassinger aus Runding bei Cham, der es gemeinsam mit dem Advokaten Dr. Hutter erwarb. Sogleich stellte man neben dem Weißbier auch dunkles Braunbier her. Bis zu Windmassingers Tod besaßen sie das Hofbräuhaus gemeinsam. Der Landtagsabgeordnete Dr. Hutter vererbte nach seinem Tod 1840 die Brauerei (das Tafernrecht samt Siederecht) seinem Sohn Dr. jur. Alois Hutter, ebenfalls Advokat. Im legendären Hutter-Sailer-Saal ließ sich Ludwig Thoma bei einer frischen Maß inspirieren.
In jene Zeit fällt neben dem dritten Stadtbrand von 1851 auch der Traunsteiner Aufruhr von 1868, als eine Kontrollversammlung der bayerischen Reservisten abgehalten wurde.
Damals – nach dem sechsundsechziger Krieg zwischen Preußen und Bayern – hatte man die preußische Wehrverfassung den bayerischen Söldnern aufgezwungen und den Reservisten angetragen, sie müßten nun “preußisch” lernen.
Diese – so sagt die Überlieferung – zogen bewaffnet in Traunstein ein und verschanzten sich nach Krawallen und einem kurzen Schußwechsel, dem ein Gendarm zum Opfer fiel, im Hofbräuhaus. Der herbeigeholten Truppe des königlich-bayerischen Infanterieleibregements aus München hätte es nicht bedurft, weil nach kurzer Zeit die Reservisten so betrunken waren, daß man sie leicht überwältigen konnte.



