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Der Ursprung des Bieres –
und warum es zu uns gehört

HB_Traunstein_Gambrinus (2)Bei den alten Ägyptern, Sumerern, Kelten oder Chinesen? Wann diese Liebesaffäre zwischen Mensch und Bier genau begonnen hat, lässt sich so genau gar nicht sagen.

Fest steht aber: Bier wird seit 10 000 Jahren gebraut und ist so alt wie der Ackerbau. Brauen war einfacher als backen, da man keinen Ofen brauchte. Bier ist nahrhaft, lässt sich lagern und war lange Zeit ein sichereres Getränk als Wasser, welches oft mit Bakterien verunreinigt war.

Bier für mehr Gemeinsamkeit

Ja, auch die berauschende Wirkung des Bieres war sicher ein Grund, warum es bis heute überall dort zu finden ist, wo das Leben genossen und gefeiert wird. Bier wurde zum Kommunikationsbeschleuniger, zum sozialen Kitt, zum gemeinsamen Nenner von Arm und Reich, Mächtigen und Untergebenen. Fast so etwas wie ein kleines Stück Demokratie zwischen Adel, Klerus, Bürgern, Bauern. Bier, der große Gleichmacher.

Freilich hatte das, was in alten Zeiten in die Krüge kam, eher wenig mit dem zu tun, was wir heute als Bier kennen. Bis zum Reinheitsgebot von 1516 war es noch lange hin und Bier durfte eigentlich alles enthalten, was man gerade zur Hand hatte, auch minderwertiges Getreide, Honig, unterschiedlichste Gewürze – und irgendwann entdeckte man dann auch das perfekte Biergewürz: den Hopfen.

Geheimnisse der Braukunst

Man merkte aber auch sehr schnell, wie kompliziert der Brauprozess und wie unkalkulierbar die Ergebnisse waren. Ein Sud schmeckte dem durstigen Volk vorzüglich, der nächste war ungenießbar. Beim Brauen mussten also definitiv höhere Mächte walten, nicht nur die Kunst des Brauers. Und so entstand rund ums Bier eine eigene, mystisch-religiöse Kultur, deren Aura und Symbole wir auch heute noch überall finden können.

So braute man zum Beispiel mit dem Segen des Gambrinus, eines sagenhaften Königs, der das Brauen erfunden haben soll. Es gab bestimmte Naturphänomene oder Sternenkonstellationen, die einen Sud entweder gelingen oder verderben ließen. Brauer und Mälzer gehören bis heute zu den angesehensten Handwerkern ihrer Gemeinschaft. Eines ihrer Zunftzeichen etwa ist der sechszackige Brauerstern, der oft mit dem Davidstern verwechselt wird. Aber auch Symbole wie die gekreuzte Maischkrücke, die Malzschaufel oder der Bierschöpfer stehen für eine uralte Tradition, die wir bis heute nicht nur bewahren, sondern auch gestalten, verbessern, mit neuem Leben füllen.

Die Natur respektieren und ihre Kraft nutzen, zum Genuss der Menschen und zur Feier des Augenblicks: Das ist unsere Aufgabe und unser ganzer Stolz. Und darum steckt in jedem Fass, in jeder Flasche, in jedem Glas immer auch etwas von unserer Seele.